
Kurz gesagt
- Eine Gehörgangsentzündung entsteht meist, wenn Feuchtigkeit und Wärme im Gehörgang bleiben und sich Bakterien darin vermehren. Über 90 Prozent der akuten Fälle sind bakteriell.
- Schwimmer sind etwa fünfmal häufiger betroffen als andere. Deshalb trägt die Entzündung auch den Namen Bade-Otitis und tritt in unseren Breiten vor allem im Sommer auf.
- Die wirksamsten Maßnahmen sind unspektakulär: Ohr nach dem Wasserkontakt trocknen, nichts Hartes in den Gehörgang einführen, keine Wattestäbchen.
- Etwa jeder Zehnte hat im Laufe seines Lebens eine Gehörgangsentzündung. Meist verläuft sie mild und heilt in Tagen bis Wochen ab.
Wie entsteht eine Gehörgangsentzündung?
Der äußere Gehörgang liegt zwischen Ohrmuschel und Trommelfell. Entzündet sich die Haut darin, sprechen Fachleute von einer Otitis externa. Auslöser sind in über 90 Prozent der akuten Fälle Bakterien, vor allem Pseudomonas aeruginosa und Staphylococcus aureus, seltener Pilze oder Viren.[2]
Damit Bakterien überhaupt eine Chance haben, braucht es zwei Dinge. Erstens ein feuchtwarmes Milieu: Feuchtigkeit und Wärme im Gehörgang lassen Bakterien sich vermehren.[2] Zweitens eine Eintrittspforte, meist eine kleine Verletzung der empfindlichen Haut, wie sie beim Reinigen mit Wattestäbchen entsteht.[1]
Die typischen Anzeichen kommen in einer festen Reihenfolge. Zuerst juckt es im Ohr, dann folgen Schmerzen, die sich beim Kauen oder beim Ziehen am Ohrläppchen verstärken. Dazu können Rötung, Schwellung, austretende Flüssigkeit und ein dumpfes Hören kommen.[1]
Warum trifft es Schwimmer fünfmal häufiger?
Die Otitis externa tritt jährlich bei etwa 4 von 1.000 Personen auf. Unter Schwimmern ist die Häufigkeit rund fünfmal so hoch.[2] Der Grund ist nicht das Wasser selbst, sondern das Wasser, das bleibt.
Im Gehörgang eingeschlossenes Wasser quellt die oberste Hautschicht auf und hält sie feucht. Kommt Körperwärme dazu, entsteht genau das Milieu, in dem sich Keime vermehren. Keimbelastetes Wasser bei warmen Temperaturen ist der Grund, warum die Bade-Otitis in unseren Breiten vorwiegend im Sommer auftritt.[3]
Weitere Faktoren erhöhen das Risiko zusätzlich: hohe Luftfeuchtigkeit, Hauterkrankungen wie Ekzeme, Diabetes mellitus, Verletzungen im Gehörgang und eine verminderte Ohrenschmalzproduktion.[2][3] Ohrenschmalz ist nämlich kein Schmutz, sondern ein leicht saurer Schutzfilm.
Wie kannst Du einer Gehörgangsentzündung vorbeugen?
Das Prinzip ist in einem Satz gesagt: Halte den Gehörgang trocken und lass ihn in Ruhe. Konkret heißt das, Wasser möglichst nicht ins Ohr zu lassen und es nach dem Wasserkontakt wieder herauszubekommen. Die gängigen Wege im Vergleich:
| Maßnahme | Wann | Was sie leistet, und wo die Grenze liegt |
|---|---|---|
| Kopf zur Seite neigen, mit dem Handtuch von außen trocknen | nach jedem Wasserkontakt | Kostet nichts und sollte zur Routine werden. Tief sitzendes Wasser bekommt man so aber nicht immer heraus. |
| Föhn auf niedrigster Stufe, mit Abstand | nach dem Schwimmen | Trocknet zuverlässig nach.[1][2] Braucht einen Föhn, fällt am Badesee also weg. |
| Badekappe | beim Schwimmen | Hält Wasser vom Kopf fern.[1] Dichtet den Gehörgang nicht ab, wirkt also nur begrenzt. |
| Weiche Ohrstöpsel | beim Schwimmen und Duschen | Halten Wasser mechanisch draußen.[1] Müssen gut passen, dämpfen das Hören und können bei häufigem Gebrauch selbst reizen. |
| Ölbasiertes Schutzspray vor dem Wasserkontakt | einmal vor dem Schwimmen | Legt einen wasserabweisenden Film in den äußeren Gehörgang, sodass Wasser nicht darin stehen bleibt. Muss nach längerem Wasseraufenthalt erneuert werden. |
| Essigsäurehaltige Tropfen nach dem Schwimmen | nach dem Wasserkontakt | Senkt den pH-Wert im Gehörgang.[2] Auf gereizter oder verletzter Haut können säurehaltige Lösungen unangenehm brennen. |
Und das, was Du lassen solltest: keine Wattestäbchen, keine Ohrenkerzen, nichts in den Gehörgang einführen. Zum Reinigen genügt die saubere Fingerkuppe von außen oder ein trockenes Tuch.[3] Das Ohr reinigt sich selbst.[1] Vor einem Badeurlaub kann eine professionelle Ohrreinigung sinnvoll sein, wenn Du zu Ohrenschmalzansammlungen neigst.[2]
Was hilft, wenn Wasser nicht aus dem Ohr geht?
Das Gefühl von Wasser im Ohr, das nicht abfließt, ist der häufigste Anlass, überhaupt nach dem Thema zu suchen. Der erste Griff ist der einfachste: Kopf auf die betroffene Seite neigen, das Ohrläppchen sanft nach unten und hinten ziehen, dabei ein paar Mal kauen oder gähnen. Anschließend den Föhn auf niedrigster Stufe mit Abstand nutzen.
Was Du nicht tun solltest, ist wichtiger: nicht mit Wattestäbchen, Taschentuchecken oder Fingernägeln nachhelfen. Genau dabei entstehen die kleinen Hautverletzungen, über die eine Entzündung erst möglich wird.[1] Bleibt das Ohr über Tage verstopft oder kommen Schmerzen dazu, gehört das abgeklärt.
Wie passt Ear Pro dazu?
Einmal sprühen statt jedes Mal nachtrocknen: Das Ear Pro Ohrenspray legt vor dem Wasserkontakt einen wasserabweisenden Film in den äußeren Gehörgang, damit dort kein Wasser eingeschlossen bleibt. Ein Sprühstoß pro Ohr genügt, nach etwa zwei Stunden im Wasser wird er erneuert. Eine Flasche reicht für bis zu 200 Sprühstöße.
Die Formel besteht aus nur zwei Bestandteilen, medizinisch gereinigtem Paraffinöl und Oreganoöl, und verzichtet auf Alkohol und Konservierungsstoffe. Anwendbar ist das Spray ab 0 Jahren. Hörvermögen und Druckausgleich bleiben vollständig erhalten, anders als bei Stöpseln, die beides verändern. Hersteller ist LiquidPro Ltd. in Valletta, Malta.
Für wen lohnt sich Ear Pro besonders?
- Wer regelmäßig im Wasser ist. Bei Schwimmern ist die Häufigkeit der Otitis externa etwa fünfmal so hoch wie im Durchschnitt.[2] Wer mehrmals pro Woche ins Becken geht, hat also den größten Nutzen von einer festen Routine vor dem Sprung ins Wasser.
- Kinder im Schwimmkurs und Familien. Das Spray ist ab 0 Jahren anwendbar, und weil das Hörvermögen erhalten bleibt, hören Kinder ihre Schwimmlehrerin weiterhin. Das ist der praktische Unterschied zu Stöpseln.
- Taucher, Surfer und Schnorchler. Langer und wiederholter Wasserkontakt ist genau die Situation, in der Feuchtigkeit im Gehörgang stehen bleibt. Der Druckausgleich wird vom Ölfilm nicht behindert.
- Wer das Gefühl von Wasser im Ohr von früher kennt. Wenn bei Dir nach dem Schwimmen regelmäßig ein dumpfes, verstopftes Ohr zurückbleibt, ist Vorbeugen bequemer als Nachtrocknen.
- Hallenbad und Schwimmkurs im Winter. Die Bade-Otitis ist ein Sommerthema, weil draußen geschwommen wird.[3] Wer ganzjährig ins Hallenbad geht, hat das feuchtwarme Milieu allerdings auch im Januar.
Wann solltest Du ärztlichen Rat suchen?
Eine Gehörgangsentzündung verläuft meist mild und heilt in Tagen bis Wochen von selbst ab.[1] Trotzdem gibt es klare Anlässe für einen Arztbesuch. Bessern sich akute Beschwerden nicht innerhalb von zwei bis drei Tagen, gehört das in die Praxis.[1][2]
Sofort ärztliche Hilfe brauchst Du bei Fieber, Schüttelfrost oder einer Verschlechterung des Allgemeinzustands, denn das kann auf eine Ausbreitung der Entzündung hindeuten.[2] Bei sehr starken Schmerzen, Lähmungen im Gesicht oder Bewusstseinstrübung ist der Notruf der richtige Weg.[3]
Auch die Behandlung selbst gehört in ärztliche Hand: Welche Tropfen oder Salben infrage kommen, hängt davon ab, ob Bakterien oder Pilze die Ursache sind.[1] Ein Schutzspray ist Vorbeugung für gesunde Ohren und kein Mittel für ein bereits entzündetes Ohr. In ein akut schmerzendes oder nässendes Ohr gehört nichts hinein, was nicht ärztlich verordnet ist.
Quellenangabe
Die Ziffern entsprechen den Fußnoten im Text; alle Links unten sind klickbar.
- Gehörgangsentzündung. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de, aktualisiert 14.06.2023. gesundheitsinformation.de
- Gehörgangsentzündung (Otitis externa). DEXIMED, Deutsche Experteninformation Medizin, Bonnier Healthcare Germany GmbH, Stand 28.04.2026. deximed.de
- Otitis externa, Gehörgangsentzündung. Österreichisches Gesundheitsportal, Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz, aktualisiert 17.09.2020. gesundheit.gv.at




